18. März 2023

Ohne Moos nix los!

Führung auf dem Moos-Pfad im Botanischen Garten Tübingen

Moose? Ja! Das grüne da am Baumstamm? Genau!

Mitte März waren wir gemeinsam mit der NABU-Gruppe Wannweil und Biologe Michael Sauer den Moosen im Botanischen Garten Tübingen auf der Spur. Auf seinem Moospfad* führte uns Michael Sauer in eine Welt, die uns jeden Tag umgibt, und die wir selten wahrnehmen.

 

Zwölf Interessierte haben sich an einem Samstag im März zusammengefunden, um genau diese Welt einmal kennenzulernen.

Rainer Stöhr vom NABU Wannweil begrüßte uns vor den Toren des Botanischen Gartens.

„Man kann bereits unfassbar viele Einzelheiten erkennen, wenn man sich einer 10-fach vergrößernden Lupe bedient, die in jede Hosentasche passt“, erklärt uns Michael Sauer, als er – auch nach Jahrzehnten der Moos- und Flechtenuntersuchung, noch ganz begeistert ein kleines grünes Mooskissen studiert und uns herumreicht.

„Man kann sie eigentlich nicht übersehen, aber irgendwie bemerkt man sie auch nicht so richtig“, sagt einer der Teilenehmenden.

 

 

Wo begegnen uns also Moose im Alltag?

Am Haus und im Garten, auf Dachziegeln (z.B. das Kissenmoos), auf schattigen Mauern (sitzt gerne mal der „struppige echte Wolfsfuß“) im Rasen (Rasenmoose, sie mögen saure Böden!), aber auch im Wald (z.B. das Etagenmoos), am Baumstamm und auch an Ästen. Wie das Goldhaarmoos, das auf unserem Foto am Ast des Eingriffligen Weißdorn wächst.

Dabei wächst es nicht wie z.B. Misteln (Halbparasitenpflanzen, die dem Baum Nährstoffe „abzapfen“) in den Baum hinein, sondern liegt nur oben auf und hält sich sozusagen fest, um eine vorteilhafte Lage zu erreichen.

Moose sind unfassbar vielfältig und sie haben ausgefeilte Strategien entwickelt, um in ihrer Lebensumwelt zu überleben. Oder besser gesagt: Sie waren gut genug ausgestattet, um sich in den jeweiligen Umweltbedingungen durchzusetzen und erhalten zu können.

Tipp: Zur besonderen Rolle von Moos in der Evolution gibt es übrigens einen spannenden Beitrag vom SWR.

 

Und diese Namen! Grünstängelmoos, Mondbechermoos, Kegelkopfmoos, Frauenhaarmoos. Mauerdrehzahnmoos. Letzteres ist unser häufigstes Gesteinsmoos. Also wenn ihr Moosbewuchs auf Steinen seht, beugt euch doch mal runter und fragt leise „Bist du das Mauerdrehzahnmoos?“

 

Es hat sehr viel Freude gemacht so viel Wissenswertes über die Welt der Moose zu erfahren. Danke an die NABU-Gruppe Wannweil, die diese tolle Führung mit Moos-Experte Michael Sauer organisiert hat!

 

*Herr Dr. Sauer hat den Moopfad mitentwickelt und weiß ganz genau, wo was wächst ;-)


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